Meldungen aus dem Bezirksverband

Jugendliche gestalten Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Wetter/Ruhr

In seiner Rede zur Eröffnung der Gedenkveranstaltung im Park der Ruhe, auf dem Ehrenfriedhof Gartenstr. in Wetter, erinnerte Bürgermeister Frank Hasenberg, an die Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor 100 Jahren. So wurde der Volksbund bereits gleich nach Ende des 1. Weltkrieges gegründet. Die Opfer beider Weltkriege beträgt weit mehr als 100 Millionen Menschen. Weiterhin führte Bürgermeister Hasenberg aus, dass wir an diesem Tag der ethnischen Minderheiten gedenken. Diese Ausgrenzung kann durch Sprache, Kultur, Religion oder Hautfarbe geschehen. Außerdem wurde der im Einsatz gefallenen Einsatzkräften gedacht. Besonders beeindruckend war allerdings die Darbietung von fünf Schülerinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) aus Wetter. „Am 3. August 2014 kamen die ISIS-Kämpfer nach Shingal und ließen uns die Wahl, unter Zwang Muslime zu werden, oder zu sterben.“ Eine besondere Stille war im Park der Ruhe zu verspüren, als Walida Ziad Shamo diese Worte aussprach. Die Schülerinnen hatten die Idee, das Grauen des Krieges anhand von Collagen darzustellen und mit eindrucksvollen Texten zu verstärken. Das Ergebnis berührte die Teilnehmer merklich. 2014 floh die Schülerin aus dem Irak. Als Mitglied der Jesiden, einer ethnisch-religiösen Minderheit, wäre sie sonst der ISIS zum Opfer gefallen. Sieben Tage habe sie ohne Nahrung mit 21 weiteren Menschen in den Bergen verbracht. 22 Tage dauerte die gefährliche Flucht. Danach erreichte Walida Ziad Shamo mit ihrer Familie Deutschland. „Wir sind glücklich, dass wir jetzt auch normal wie jeder leben können.“ Frieden beginnt im Kopf eines jeden Einzelnen von uns, trug Anna Riese vor. Es geht dabei darum, Mauern im Kopf abzureißen. Der Volkstrauertag sei ein Tag, an dem sich alle besinnen müssten, wie wichtig Frieden ist, wie gut wir es hier hätten, dass wir in Frieden leben könnten, so Kathleen Elstner. Tabea Küsters, Anna Riese, Kathleen Elstner, Walida Ziad Shamo und Jennifer Berg haben etwa zwei Wochen lang und zwei Stunden täglich daran gearbeitet, ihre Idee umzusetzen. Die Gruppe hatte der Deutsch- und Philosophielehrer Sebastian Berg bei den Texten unterstützt. Das Werk besteht aus zwei Gemälden. Auf dem ersten ist u.a. eine Hand hinter Stacheldraht zu sehen. Sie soll die Kontrolle und ständige Überwachung bis zum völligen Bruch des eigenen Willens der Menschen in Kriegszeiten darstellen. Außerdem zerstörte Wohnhäuser und bis zum Horizont Grabkreuze. Das zweite kommt farbenfroh daher, zeigt eine Friedenstaube mit einem Ölzweig, bunte Flugzeuge und die Botschaft „Frieden beginnt bei uns.“ Zu den Trompetenklängen „Ich hatt‘ einen Kameraden“ wurden Kränze der Reservistenkameradschaft Wetter und der Freiwillige Feuerwehr Wetter niedergelegt. Das THW legte den Kranz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge nieder und es wurden Gestecke vom Roten Kreuz und des Schützenverein Volmarstein abgelegt. Das Gebet und Fürbitten sprach Vikar Daniel Hülsken. Für den musikalischen Ausklang sorgte der Schöntaler Männerchor mit dem Lied „Heilig, Heilig“. 

Text und Fotos

Eberhard Beckmann, Reservistenkameradschaft Wetter

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