Meldungen aus dem Bezirksverband Arnsberg
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Gedenken im Schatten eines neuen Krieges

Volkstrauertag in Dortmund

Volkstrauertag auf dem Dortmunder Hauptfriedhof Volksbund NRW

Essen/Dortmund. Am diesjährigen Volkstrauertag, dem 13.11.2022, wurde auch auf dem Dortmunder Hauptfriedhof eine Gedenkveranstaltung abgehalten. Rund 140 Besucher und Besucherinnen sowie Schülerinnen und Schüler der Europaschule Dortmund und der VHS Dortmund versammelten sich auf Einladung der Stadt Dortmund am Mahnmal neben der Kriegsgräberstätte für die Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges.

Ein Männergesangverein aus Dortmund eröffnete die Veranstaltung, woraufhin die Ansprache des Ersten Bürgermeisters der Stadt Dortmund, Norbert Schilff, folgte. In seiner Rede gedachte er u. a. der Toten der beiden Weltkriege. In diesem Jahr lag der Fokus jedoch auf den Opfern, die der Krieg in der Ukraine bereits gefordert hat und immer noch fordert. Das Gedenken richtete sich auch auf die Flüchtlinge, die ihre Heimat aufgeben mussten, um sich vor Zerstörung und Tod zu retten. Bürgermeister Schilff sprach von den Ukrainerinnen, die ihre Ehemänner, Väter und Söhne verloren haben, von denjenigen ukrainischen Personen, die misshandelt, gefoltert und vergewaltigt wurden.

Drei Kränze wurden am Mahnmal abgelegt. Bürgermeister Schilff legte einen Kranz für die Stadt Dortmund nieder, Oberstleutnant Andreas Johannes Golks für das Versorgungsbatallion 7 aus Unna, und schließlich Dr. Stefan Mühlhofer als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kreisverband Dortmund.

Nach einer letzten musikalischen Einlage des Männergesangvereins bat eine Schülerin der Europaschule Dortmund alle Besucherinnen und Besucher, sie zum Mahnmal für die sowjetischen Kriegstoten auf dem Friedhof am Rennweg in Form eines „Friedensmarsches“ zu begleiten.
Dort verteilten sich die Besucher und Besucherinnen am Mahnmal neben den Sammelgräbern für über 5.000 Menschen aus der Sowjetunion, die als Kriegsgefangene oder zivile Zwangsarbeitskräfte in Deutschland ihr Leben verloren. Der Wortbeitrag der Schülerinnen und Schüler der Europaschule Dortmund erinnerte an diese Verstorbenen und machte darauf aufmerksam, dass an dieser Stelle Menschen aus der Sowjetunion, u. a. aus Russland und der Ukraine, nebeneinander liegen, da sie als Bewohner der ehemaligen Sowjetunion von Nazideutschland überfallen worden waren. Gemeinsam haben sie die Soldaten der Wehrmacht bekämpft.

Heute jedoch habe Russland einen Angriffskrieg auf seinen Nachbarn, die Ukraine, begonnen. Auch außerhalb der Ukraine hätten viele Sorgen und Angst vor der Entfesselung eines neuen Weltkrieges. Trotzdem riefen die Schülerinnen und Schüler der Europaschule dazu auf, die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander nicht zu verlieren.
Auch der musikalische Beitrag von Marina Kalmykova und ihrem Ehemann war vom Ukrainekrieg geprägt. Gemeinsam sangen sie ein Lied in ukrainischer Sprache und begleiteten sich selbst mit der Gitarre.

Schüler und Schülerinnen der Volkshochschule Dortmund stellten Biografien einzelner oppositioneller Politiker und Politikerinnen aus der NS-Zeit aus Dortmund vor, aber auch die Geschichte eines sieben-jährigen Mädchens, das bei einem Luftangriff auf Dortmund ihr Leben verlor. Bereits im Eingangsbereich zum Friedhof am Rennweg wurden einzelne Biografien für die Besucher und Besucherinnen zum Nachlesen präsentiert.Zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Europaschule legte Bürgermeister Norbert Schilff auch hier ein Blumengesteck nieder. Bevor eine Schweigeminute erfolgte, verlasen die Jugendlichen das Totengedenken.

Die Veranstaltung endete mit dem Lied „Narzisse im Kristall“, vorgetragen von Marina Kalmykova und ihrem Mann in russischer und deutscher Sprache.
 

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