Meldungen aus dem Bezirksverband Arnsberg

„Brücke der Erinnerung“ geschlagen

Werne tritt als 47. Stadt dem Deutschen Rigakomitee bei

Werne, 19.05.2014 - Weit über 25.000 deutsche Juden waren in den Jahren 1941/42 nach Riga deportiert und dort von den Nationalsozialisten ermordet worden. An ihr Schicksal erinnert das Riga-Komitee, dem neben 46 anderen Städten seit der vergangenen Woche auch Werne angehört.

„Schalom alechem - Frieden für alle“ sangen die Gäste gemeinsam mit der Musikerin Angelika Papadopoulos beim Festakt, mit dem die Aufnahme Wernes am Montag im historischen Rathaus gefeiert wurde.

„Über das Thema ist viel geschrieben worden. Wer aber weiß schon, dass in Riga die systematische Vernichtung der deutschen Juden begann“, sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei in seinem Festvortrag. Er selbst habe vor rund 25 Jahren Spuren der Vernichtung in Riga gefunden. „Riga war ein vergessener Ort. Das war nach den Massakern die zweite Schande“, sprach Winfried Nachtweih klare Worte. Erst im Jahr 2001 wurde in Riga die Gedenkstätte eingeweiht.

Auch drei Bürger aus Werne, berichtete Bürgermeister Lothar Christ, waren nach Riga deportiert worden: Anni Marcus, Charlotte Ermann und deren Sohn Gustav. Sie beide wurden in Riga ermordet, während Anni Marcus 1945 befreit wurde und nach Werne zurückkehren konnte, wo sie allerdings 1949 aufgrund der in Riga erlittenen psychischen und physischen Qualen verstarb.

„Über das Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürger müssen wir Brücken der Erinnerung bauen - über die Grenzen von Nationen und von Generationen hinweg“, sagte Winfried Nachtweih zum Ende seines eindringlichen wie eindrucksvollen Vortrags.

„Das damalige Geschehen ist uns Mahnung für das Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass, Intoleranz und Gewalt“, sagte Bürgermeister Lothar Christ. Allein am 30. November 1941 seien nahe Riga im Wald von Bikerniecki an einem Tag 15.000 Juden ermordet worden, berichtete der Verwaltungschef. Mit dem Beitritt zum Riga-Komitee wolle die Stadt Werne helfen, die Erinnerung an den Holocaust und speziell an die Massaker von Riga über Generationen aufrecht zu erhalten. „Unser Beitritt möge helfen, Brücken zu bauen - zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen, Kulturen und Religionen, zwischen Deutschland und Lettland, zwischen Werne und Riga“, schloss Lothar Christ seine Ansprache.

Das Riga-Komitee war im Jahr 2000 mit zunächst 13 Städten unter der Ägide des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegründet worden. Dessen Bezirksgeschäftsführer Bernd Scherer berichtete von Workcamps für Jugendliche, die das Komitee anbiete. Im kommenden Jahr werde, sagte Bernd Scherer, der Werner Gedenkstein in Bikerniecki eingeweiht. Vielleicht auch mit Beteiligung von

Schülerinnen und Schülern aus Werne.
Begleitend zum Festakt las die Schülerin des Christophorus-Gymnasiums Katharina Escher Passagen aus ihrer Facharbeit über die Stolpersteine vor, während Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums über Projekttage zur Namenspatronin der Schule berichteten.

Im Anschluss an den Festakt eröffnete Winfried Nachtweih die Wanderausstellung „Bikerniecki - Wald der Toten“.
thw

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