Meldungen aus dem Bezirksverband

Ausflug in die heimatliche Zeitgeschichte

Kameradschaftsverein Hellefeld-Visbeck legt an Möhnetalsperre Kranz nieder

Sundern. Zu einem gemeinsamen Ausflug des Kameradschaftsvereins Hellefeld-Visbeck trafen sich 53 Teilnehmer/innen im Alter von 4 bis 76 Jahren im Vereinslokal in Sundern-Hellefeld - so viele, dass leider nicht alle Interessierten an der Fahrt zum Möhnesee teilnehmen konnten. Erstes Ziel des Ausflugs war die Schiffsanlegestelle der MS Möhnesee in Delecke, die die Gruppe zur bekannten Möhnetalsperre brachte.

An der Anlegestelle stieg auch Jens Effkemann, Regionalgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe zu und nahm an der weiteren Fahrt teil. Der Volksbund ist eine humanitäre Organisation, die sich im Auftrag der Bundesregierung um die Pflege der deutschen Kriegsgräber im Ausland kümmert und dabei sowie bei den vielen anderen Vereinsaufgaben (Erinnern und Gedenken, politisch-historische Jugend- und Bildungsarbeit) auch vom Kameradschaftsverein Hellefeld-Visbeck unterstützt wird. Die Kameraden sammeln u.a. schon seit vielen Jahren für den Volksbund vor Ort.

Nach dem Anlegen an der Möhnetalsperre ging es zum zentralen, unterhalb der Sperrmauer gelegenem Mahnmal, welches an die Möhnesee Katastrophe vom 17.05.1943 mit mehr als 1.500 Todesopfern erinnert. Die naturbelassene Stele ist drei Meter hoch und wurde 2015 vom Heimatverein Möhnesee e.V. eingeweiht.

Nach einer kurzen Begrüßung von Jens Effkemann und einem Dank an den Kameradschaftsverein für das große Engagement erläuterte der Hauptmann und 1. Vorsitzende Dirk Bogatzki über die Möhnesee Katastrophe und dessen Folgen. Er wies darauf hin, dass auch nach 70 Jahren Frieden nicht genug daran erinnert werden kann, um solche Szenarien künftig zu vermeiden. Dies gilt besonders, da Zeitzeugen immer weniger werden und die Erinnerungen daran immer mehr verblassen. Auf dem Mahnmal sind viele Szenen, die an die Katastrophe erinnern sollen, von Hand in den Stein gehauen, wie der Hauptmann weiter erläuterte. Am Mahnmal wurde zur Erinnerung ein Gesteck niedergelegt. Dabei mahnte der Hauptmann Dirk Bogatzki, die Erinnerung an sinnloses Leiden und Sterben wachzuhalten sowie mit der jetzigen, aber auch mit zukünftigen Generationen jederzeit für Frieden in Europa und der Welt einzutreten. Dafür müssen alle zusammen stehen. Dies sei eine wesentliche Aufgabe des Kameradschaftsvereins, so Bogatzki. Auch und gerade die jüngeren Teilnehmer/innen lauschten diesen Ausführungen äußerst gebannt.

Im Anschluss der Ansprache wurde von den Teilnehmern/innen ein gemeinsames „Vater unser“ für sämtliche Opfer aller Kriege gesprochen und eine Gedenkminute abgehalten.

Die Gruppe hatte danach das Ziel, das Kraftwerk zu besuchen, um dort mit einer besonderen Führung durch Jörg Gilberg vom Ruhrverband zu beginnen. Zum Einstieg wurde ein 20-minütiger Film gezeigt, welcher sich auf die Arbeit des Verbandes und dessen Entstehung sowie seine Bedeutung im Sauerland und Ruhrgebiet bezog. So gründete sich der Verband seinerzeit zur Sicherstellung der Wasserversorgung des stark industriell geprägten Ruhrgebietes und dessen Hochwasserschutz. An der Sperrmauer am Möhnesee ist besonders bemerkenswert, dass die Talsperre in lediglich fünf Jahren erbaut und nach ihrer Zerstörung in nur fünf Monaten wieder vollständig repariert wurde.

Nachfolgend fand die Besichtigung des Kraftwerkes statt, auch hierzu wurden viele Zahlen, Daten und Fakten geliefert. Dann ging es wieder auf die Sperrmauer. Dort wurde einer der Grundablasstürme besichtigt. Auf der Gegenseite, am Fuße der Sperrmauer, wurde ein weiterer Grundablass besichtigt, bei dem viel Technik gezeigt wurde. Ein besonderes Highlight zum Abschluss der Führung war sicherlich die Begehung des Stollens der Sperrmauer. Dabei wurde im Vorraum zum Stollen u.a. ein Modell der britischen Bombe in verkleinertem Maßstab gezeigt, die 1943 die Katastrophe ausgelöst hatte.

Zum Abschluss des Ausflugs an den Möhnesee ging es mit dem Bus noch in Richtung Südufer der Talsperre, wo der Besuch des Möhneseeturms als Programmpunkt anstand. Vom Turm aus war aufgrund des hervorragenden Wetters ein wunderbarer Rundblick weit über den See möglich.

Zurück in Hellefeld wurde der schöne und beeindruckende Tag schließlich mit kühlen Getränken in geselliger Runde beendet. Informationen, Bilder etc. zu dieser und zu künftigen Fahrten des Kameradschaftsvereins findet man auch auf der Homepage des Vereins.

www.kameradschaftsverein-hellefeld.de

Text: Thomas Holzapfel

Fotos: Denise Deitmerg

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